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Die Jahreslosung 2019

Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

 

 

„Ich habe Frieden gefunden!“ Wie schön, wenn das einer so sagen kann! Frieden ist ein Schatz für Leib, Seele und Geist. „Suche Frieden und jage ihm nach!“ ruft uns die Jahreslosung zu. Wieso suchen und  nachjagen? Das klingt anstrengend. Ist Frieden denn nicht einfach da? 

Wortfetzen fliegen durch die Luft. Türen knallen. Ein ganz normales Wohnhaus. - Ein Schüler schreit den anderen an. Der andere schlägt zu. Ein ganz normaler Schulhof in der Pause. -

Die eine knallt den anderen ab. Ein ganz normaler Kinofilm.-

„Krieg ist manchmal unvermeidlich.“ Eine ganz normaler politischer Kommentar.

Offenbar versteht Frieden sich nicht von selbst. Er liegt versteckt hinter dem, was oft als normal gilt.

Kinder wurden aufgefordert, ein leeres Blatt in der Mitte zu falten. Links sollten sie malen, was ihnen zu „Krieg“ einfällt. Und rechts, woran sie denken, wenn sie „Frieden“ hören. Die linken Blattseiten waren schnell gefüllt. Aber rechts? Ein Kind malte nochmal das Gleiche wie links und strich alles mit einem großen X durch. Bei Etlichen blieb das Blatt leer. Ein Kind malte ein Haus mit Fenstern und Blumen und einem Baum, aus dem Schornstein qualmte es. „Du malst wie im Kindergarten“, kommentierte sein Nachbar.

Ist friedliches Leben langweilig – und eher was für Looser?

Unsere Jahreslosung stellt Frieden vor als einen Schatz, der gesucht werden muss.

„Juhu, Schatzsuche!“ rufen die Kinder beim Kindergeburtstag – und schon jagen sie los. Wo gibt es Spuren zum Schatz?

Jesus hat Spuren zum Frieden gelegt. „Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, halte ihm auch die linke hin,“ sagt er in der Bergpredigt (Mt 5,39). Wer ein Gegenüber rechtshändig auf die rechte Backe schlägt, muss das mit den Handrücken machen. Mit dem Handrücken schlugen Sklavenhalter ihre Sklaven. Der Handrückenschlag markierte eine Demütigung. Und jetzt hält da einer plötzlich die linke Backe hin, nachdem er einen Schlag auf die rechte Backe bekommen hat. Was ist denn das? Die Verwirrung steht dem Schlagenden ins Gesicht geschrieben. Wenn er jetzt erneut mit der rechten Hand zum Schlag ausholt, muss er es mit der Handfläche tun. Doch das wäre in der damaligen Logik ein Schlag auf Augenhöhe. Die Person, die die linke Backe hinhält, markiert also dem Gegenüber: wir beide stehen auf Augenhöhe – das kannst du mir nicht nehmen! - Vielleicht wendet der Schläger sich daraufhin verwirrt ab – und die Gewalt ist unterbrochen?

Ein zweites Wort der Bergpredigt: „Wenn dich einer bittet, eine Meile mit ihm zu gehen, gehe mit ihm zwei.“ (Mt 5,41). Zur Zeit Jesu hatten römische Soldaten das Recht, jemanden aufzufordern, ihr Gepäck eine Meile weit zu tragen. Doch nur eine Meile – wenn ein Soldat mehr verlangte, konnten sich die Betroffenen bei der Behörde beschweren und der Soldat wurde belangt. Was aber tut ein Soldat, wenn ein Träger nach einer Meile sagt: „Ich trage dein Gepäck noch eine zweite Meile!“? Auch hier geschieht etwas, was wir neudeutsch „Reframing“ nennen: Der Träger tut so, als würde er den Soldatenrucksack freiwillig tragen. Ich stelle mir vor, wie der Soldat den Rucksack an sich reißt und schnell wegläuft. Die Verhältnisse haben sich verkehrt: Plötzlich stellt der Unterdrückte eigene Spielregeln auf.

In beiden Fällen wird es spannend – wie beim Kindergeburtstag. Finden die beiden in den Frieden? So, dass beide als kostbare, von Gott geliebte Menschen aufrecht ihres Weges ziehen? Der erste Schritt ist getan.

Friedenssuche ist voller Lebensenergie. Ich bin gespannt, welche Bilder wir malen werden, wenn wir in diesem Jahr den Frieden suchen und ihm nachjagen.

 

Ihre Pfarrerin Dr. Susanne Edel

 

 

 

 

 

 


 

 

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